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Richard Ringer: „Ich hätte mir gewünscht, dass man die Relay Staffeln austrägt.“

Ramona Richter
Geschrieben von Ramona Richter

Unsere rasende Reporterin nimmt die Nominierung zur Cross EM als Anlass, die Entscheidungskriterien des DLV zu diskutieren. Darunter Meinungen von Richard Ringer und Karsten Meier.

Fotocredit des Beitragsbildes: Eric van Leeuwer

30 deutsche Athleten sind vom DLV für die Cross EM in Samorin (Slowakei) am kommenden Sonntag nominiert worden. Die Nominierungskriterien waren jedoch im vorwege nicht immer ganz eindeutig (Interview mit Aaron Bienenfeld Cross Pforzheim) und die endgültigen Nominierungen ebenfalls nicht für alle nachvollziehbar.

Das Thema Normen und Leistungsbewertung bleibt aber subjektiv und jeder hat sich bereits mehr oder weniger seine Meinung gebildet. Es ist jedoch wichtig, diese zu teilen, um auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen. Und häufiger lässt sich dann ein (unzufriedener) Konsens seitens der Athleten feststellen, der vielleicht am Ende des Tages auch etwas bewirkt.

Speziell soll jetzt auf die Entscheidung des DLV eingegangen werden, die sich gegen ein Männerteam für die Cross-EM entschieden hat.

Zu Erinnerung: der DLV beabsichtigte hier die Entsendung der leistungsstärksten Athleten mit der Mindestzielstellung einer Platzierung unter den sechzehn besten Athleten in den Einzeldisziplinen. Dabei wurden die Ergebnisse aus Tilburg (Niederlande) herangezogen.

Bei den Männern reichten die Leistungen für den DLV leider nicht aus, um eine Mannschaft zu stellen. Lediglich Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) konnte mit seinem starken zweiten Platz in Tilburg das Einzelticket für den Männer-Wettkampf lösen. Der 28-Jährige ist natürlich glücklich und motiviert, in Samorin an den Start gehen zu dürfen, findet es aber trotzdem schade, dass neben ihm nicht noch andere Männer für ein potentielles Team in Frage kamen.

Richard: „Vor allem war es eine echt super Leistung von Fabian, Philipp und Karsten. Die hätten es einfach verdient, denn Tilburg ist wirklich ein guter Gradmesser für die EM. Aber bei diesen harten Nominierungsrichtlinien darf man sich nicht wundern.“

Der 13. Platz von Fabian Clarkson, der 17. Platz von Philipp Baar aber auch der 22. Platz von Karsten Meier reichten nicht aus.

Karsten Meier, stellte sich in Tilburg ebenfalls der internationalen Konkurrenz im Cross.

Karsten: „Diese Entscheidung wird nicht unbedingt dazu beitragen, dass Deutschland im internationalen Vergleich im Crosslauf besser wird, weil die Disziplin einfach uninteressant bleibt. Außerdem sendet es ein falsches Signal an die Athleten: nämlich, dass ihre Leistung nicht wirklich wertgeschätzt wird. Der Großteil der Athleten, die bei Deutschen Meisterschaften starten, erhält keinerlei finanzielle Unterstützung vom DLV oder ähnlichen Organisationen. Finanziell ist der Leistungssport dem normalen Arbeitsleben ohnehin haushoch unterlegen.“

Aber einen viel günstigeren und zugleich effektiven Weg, um den Athleten zu zeigen, dass man ihre Leistung schätzt und fördern möchte, sieht Karsten bei internationalen Meisterschaften.

Karsten: „Dass man jedoch so wenige Athleten wie möglich mitnimmt, zeigt aus meiner Sicht letztlich nur, dass kein wirklicher Wille da ist, auch mal die zweite Reihe der Athleten wahrzunehmen. Auf Dauer denke ich dann schon, dass auf diese Weise der ein oder andere auf der Strecke bleibt, obwohl dieser sich vielleicht noch zu einem ‚ganz Großen‘ entwickelt hätte.“

Auf der einen Seite werden punktuelle Leistungsnachweise gefordert und auf der anderen Seite werden zurückliegende Bestwerte zu Rate gezogen: Stichwort Mixed-Staffel.

Richard: „Ich hätte mir gewünscht, dass man die Relay Staffeln austrägt. Hätte ja in Darmstadt eine Runde gereicht (1,5km) und die besten zwei Männer und Frauen kommen mit. So wurden die Relays zusammen gestellt, wie sie ein Außenstehender nicht nachvollziehen kann. Es gab ja keine Richtlinien meines Erachtens, sondern die Bestenliste wurde herangezogen. Es sind natürlich super Leute am Start und ich hoffe und bin guten Mutes, das alle top fit sind.“

Das wünschen wir natürlich allen Startern, die vorhaben, sich am kommenden Sonntag der internationaler Konkurrenz im Cross zu stellen. In diesem Sinne: Viel Erfolg!

Der Zeitplan für das Rennen am Sonntag, 10. Dezember 2017

Startzeit Rennen
09:00 Uhr U20 Women Race
09:25 Uhr U20 Men Race
09:55 Uhr U23 Women Race
10:35 Uhr U23 Men Race
11:15 Uhr Senior Woman Race
11:55 Uhr Senior Men Race
13:55 – 14:02 Uhr Mixed Relay

Mehr Informationen auf der offiziellen Homepage des Veranstalters oder der Facebook-Seite, auf der ebenfalls aktuelle News gepostet werden.

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